Mit der Zeit treten am Elektrofahrad-Sektor sinnvolle Standards hervor. Wir verwenden diese wo immer möglich, um ein modulares Zubehör-System zu unterstützen.
Stecker
Als Selbstbau-Steckersystem haben sich im Leistungsbereich Anderson Powerpole Stecker als Quasi-Standard etabliert (zb für die Verbindungen Akku-Controller oder Controller-Motor), Installations-Anleitung siehe zb hier. Die Stecker können gut gelötet werden, optimal ist das Crimpen mit guten speziellenCrimpzangen, zur Not gehen auch Standard-Crimpzangen für Steckersysteme ohne Isolation.
Powerpole-Stecker werden ua für die Motorphasen empfohlen, da die Orginal-Rundstecker oft keine besondere Qualität haben, und im rauen Fahrbetrieb zur Funkenbildung neigen.

Im Signal/Steuerungsbereich ist der Trend zu einem bestimmten Steckersystem nicht so eindeutig, hier verwenden wir dzt noch die verbreiteten "japanischen Motorradstecker" JP2.8 (2.8mm Breite). Sie sind leicht zerlegbar, aber ziemlich gross und nicht sehr wasserbeständig, aber besser als der optische Eindruck vermuten liesse.

Als Ersatz für Powerpoles/JP2.8 bieten wir beim Betrieb bis 15A/250W für die Motorleitung einen zerlegbaren, 8-poligen, spritzwasserfester Stecker an. (Für 25A/500W ist der Stecker nicht geeignet). Damit kann auch beim hallsensorgesteuerten Betrieb die Motorleitung mit einem einzigen Stecker getrennt werden. Der Ein/Ausbau des Laufrades kann damit erleichtert werden. Auch die neuen Panel-Controller arbeiten mit diesem Steckersystem. Da der Zusammenbau und insb das Ausstossen der Kontakte vergleichsweise "fummelig" ist, wird eine Selbstmontage nur eher versierten Bastlern empfohlen.
Ein empfohlenes Werkzeug für das Ausstossen der Kontakte ist zb eine aus einer Speiche selbstgebaute "Nadel". Damit können die Widerhaken im Stecker gut zurückgehalten werden, ohne sie zu beschädigen. Mit einem langen Schraubendreher ist dies oft nicht so gut möglich, da dessen Spitze meist im Verhältnis zu seiner Länge zu breit ist.
Der Stecker besteht aus einem weiblichen Teil mit 8 weiblichen Steckerpins (linke Seite am Explosionsfoto), und einem männlichen mit 8 Pins (rechts). Es empfiehlt sich, beide Stecker mit der Rastnut nach unten zusammenzubauen, in diesem Fall können die Widerhaken unterhalb der Pins nach unten gedrückt werden, falls im Fehlerfall die Pins wieder gelöst werden müssen. Werden die Pins gewaltsam nach hinten herausgezogen, dann brechen die Widerhaken ab, und die Pins rutschen unter Belastung nach hinten hinaus.
Die Reihenfolge der Steckerhälften ist jeweils von hinten nach vorne:
- Gummikappe
- Sikikonstoppel
- Steckerpin
- Stecker-Gehäuse
- Dichtung (nur beim weiblichen Teil)
- Codierungs-Einsatz

Bei Verwendung des 3-Stufen-Panel-Controllers ist die Codierung der Anschlusskabel wie folgt:
- Controllerseite: weiblich
- Motorseite: männlich
Das Detailphoto zeigt den weiblichen (controllerseitigen) Stecker mit der Rastnut nach unten, von hinten: In der oberen Reihe sind die dünnen Hallsensorkabel erkennbar, in der unteren Reihe das rote Hallsensorkabel und die 3 Motorphasen. Falls Sie den Stecker nur zum schnellen Abstecken des Motorkabels verwenden, und nicht als Anschluss an den Panel-Controller, sind Sie natürlich bei der Farbcodierung frei - aus Compatibilitätsgründen wird jedoch die obige Codierung empfohlen.
Leistungsmessgeräte
Ein normales Multimeter ist leider ziemlich unbrauchbar, wenn es zb darum geht, Strom und Spannung gleichzeitig zu messen, oder etwa die Energiemenge, die ein Akku an den Motor abgegeben hat. Das "Wattsup" ist hier ein bewährtes Universalmessgerät aus dem Modellbaubereich. Es zeigt folgende Messwerte gleichtzeitig/rollierend an:
- Momentanstrom, Momentanleistung
- Momentanspannung
- max. Strom
- min/max. Spannung
- Energiemenge in Ah und Wh
Ab März 2010 bieten wir alternativ zum Wattsup das "Turnigy Leistungsmessgerät". Es ist bei ähnlich hoher Qualität erheblich billiger, hat zudem eine Hintergrundbeleuchtung und ist "griffiger", dh rutscht zb bei Lenkermontage nicht so leicht ab.
Beide Messgeräte erlauben die Speicherung von Daten durch Anlegen einer Hilfsstromversorgung. Das ist insb nützlich, wenn zb ein Akku auf Kapazität getestet wird, da ja nach dem Abschalten des Akkus ansonsten die Messwerte verloren wären.

Die Sache mit dem Bordnetz: 6V- und 12V-Wandler
Die meisten chinesischen Motorcontroller bringen leider die am Fahrrad verbreiteten 6V Lichtspannung nicht an Board. Neben diesen wichtigen 6V, hat die im Camping- und Autobereich allgegenwärtige 12V Gleichspannung eine Unzahl von Geräten auf 12V-Basis hervorgebracht (zb Audio-Geräte, Kühlboxen, Beleuchtung..) - daneben werden auch weitere Spannungen im Bereich zwischen 6V und 12V immer interessantern (zb für starke Lampen).
Da es auf Basis 36V oder 48V praktisch keine Elektrogeräte gibt, muss die Akkuspannung am Elektrofahrrad in 6V oder 12V "gewandelt" werden. Ideal sind hier Wandler, die entweder sehr klein sind, und sich somit quasi im Kabelverhau mit einbauen lassen, oder grosse Wandler mit entsprechend hoher Leistung für andere Anwendungen als nur Licht. Wir bieten hier folgende Lösungen:
Den MMC mit einem integrierten Wandler für 6.0V/0.6A
hier sind die Lichtanschlüsse einfach herausgeführt, das Licht braucht nur angeschlossen zu werden, der Ausgang ist kurzschlussfest. Für Licht (und andere Elektrogeräte) mit höherer Leistungsanforderung eignet sich dieser Wandler nicht.
Schaltnetzteil "Lucent" für heavy-load (dzt 2010-04 nicht lieferbar)
- max output 50W, also Licht plus USB, aber auch Camping-Kühltruhen etc
- input ca 33-75V, also für 36V, 48V und 60V Nennspannung geeignet
- Potentialfrei, daher problemlos serialisierbar (zb 2x6V=12V/100W für div Camping-Ausrüstung)
- Robustes Metallgehäuse, ca 50x50x10mm
- mit M3 Befestigungs-Gewindelöchern
Gutes Produkt aber nur für Leute mit Lötkenntnissen. Es lohnt sich, für den Aufbau 2 kleine Lochrasterplatten (ca 10x40mm) zuzuschneiden. Bitte Manual und Beschaltungs-Anleitung vor der Bestellung lesen!

Standardlicht-Wandler
falls Sie nur ein Standardlicht betreiben (6V/3W), und keinen MMC möchten, gibt es die Möglichkeit eines sehr kleinen (ca 10x20x8mm), isolierten, kurzschlussfesten, Standardlicht-Wandlers. Er hat einfach 3 Anschlüsse, für 0V, 9-72V (ein), und 6.5V (aus). Er ist allerdings nicht potentialfrei, dh es können, im Gegensatz zum Lucent-Wandler, nicht 2 solche Wandler verwendet werden, um 12V zu erzeugen.