Lichtwandler PDF Drucken E-Mail

Stromversorgung aus dem Akku für Licht, USB, etc

Da hat man nun einen leistungsstarken 36V oder 48V Akku an Board, und möchte andere Elektrogeräte damit betreiben: Licht mit 6V, USB-Anschluss fürs Mobiltelefon 5V, evt 12V (oder 24V) Anschluss für eine Kühlbox, 20V für einen Notebook etc. Dazu ist ein sog. "Wandler" nötig, der die Spannung des Akkus in die entsprechende andere Spannung "wandelt".

Die meisten chinesischen Motorcontroller haben zwar aus historischen Gründen einen 6V-Lichtwandler gleich eingebaut, bringen aber in der für Europa freigegebenen Version diese Spannung nicht an Board, dh der Anschluss ist meist schon im Controller selbst kastriert und das Kabel gar nicht herausgeführt. Der Hauptgrund für das Fehlen ist die meist schlechte Hardware-Implementierung und die damit verbundenen möglichen EMV-Nebeneffekte (Störungen des Controller-Betriebes selbst). EMV=Elektro-Magnetische Verträglichkeit.

Erst 2016 zeichnet sich hier eine Neuerung ab: ab Mai 2016 sind die 5-Stufen-Controller mit einer USB-Option lieferbar, dh auf der Rückseite des Displays ist ein USB-A-Anschluss angebaut, über den sich normaler USB-Strom ziehen lässt (0.5A). Wer sparsam ist, kann damit auch gleich das Licht betreiben. Ab Mai 2017 gibt es die USB-Wandler auch am Standard-Controller.

Braucht man für Licht und Mobiltelefon mehr als die 2.5W, braucht man einen externen Wandler: um ihn anzuschliessen, ist ein bisschen Planung und Lötarbeit erforderlich. 

Für viele Anwendungen haben sich hier billige, einstellbare China-Wandler durchgesetzt, die nur einen Nachteil haben: Sie funktionieren nur für 36V Akkus zuverlässig, auch wenn sie mit "bis 60V" beworben werden. Bei einem Anschluss an einen 48V Akku (58V Ladeschluss) kann der Wandler mit einem Knall defekt werden. Fast immer wird dabei die Eingangsspannung direkt auf den Ausgang durchgeschalten, mit fatalen Folgen für die dort angeschlossenen (teuren) Geräte.

Wir raten daher in Verbindung mit einem 48V Akku (13s oder 14s) jedenfalls zu einem Wandler, der die Spannung mit Sicherheit verträgt.

 

Welche Leistung wird benötigt?

Mit klassischen Glühbirnchen wurde für das Fahrrad-Licht vorne 3.0W und hinten 0.6W benötigt. Durch den Einsatz von LEDs ist heute die selbe Helligkeit mit einem Bruchteil dieser elektrischen Leistung möglich. Ein typisches modernes USB-Frontlicht braucht heute weniger als 1W, eine USB-Power-LED typisch 7W in der hellsten Stufe, 2W in Stufe-2 (was immer noch sehr hell ist).

Dazu kommt USB: ein normaler USB-Anschluss (zb an ein Mobil-Telefon) saugt typisch 2.5W bis maximal 5W, nur wenige Geräte saugen derzeit (Stand: 2016) bei Bedarf auch mehr. 

Will man sich also den Luxus gönnen, eine Power-LED (7W) plus normales USB (2.5W)  gleichzeitig zu betreiben, sollte der Wandler 10W liefern können. Für ein normales Licht (1W) plus USB (2.5W) reichen 3.5W gesamt.

 

Interne (integrierte) Wandler

mit "internen Wandlern" meinen wir solche, die in einem Controller integriert sind.

MMC-v2 mit integrierten Wandler für 6.0V/0.6A (3.5W)

hier sind die Lichtanschlüsse einfach herausgeführt, das Licht braucht nur angeschlossen zu werden, der Ausgang ist kurzschlussfest. Vom hinteren Licht geht man dann über die eh meist doppelt ausgeführten Anschlüsse gleich nach vorne zum vorderen Licht. Für Licht (und andere Elektrogeräte) mit höherer Leistungsanforderung als ca 3.5W eignet sich dieser Wandler nicht, er schaltet bei so einer Anforderung ab. Für USB ist die Spannung meist etwas zu hoch, mit einer 1V Zenerdiode kann sich jedoch der versierte Bastler helfen.

Auch der MMC-v3 hat einen integrierten Wandler, hier wurde die max Spannung auf 8V, und der max Strom auf 0.75A (also 6W) erhöht. Die Leistung reicht daher für unsere Power-LEDs in der stärksten Stufe bei 7W leider nicht, das Licht fällt beim Anschluss auf Stufe-2 (2W) zurück. Die Einstellung der Spannung erfolgt über den Steuerungs-Monitor (Mobiltelefon oder Computer) in 1V-Schritten. Der Anschluss ist kurzschluss-fest. Durch die Gesamt-Leistung von 6W kann parallel zu einem normalen Licht (1W), ein normaler USB Anschluss (2.5W) jedenfalls betrieben werden.

USB-Anschluss am 5-Stufen-Controller und Standard-Controller

Auch der 5-Stufen-Controller hat einen optionalen USB-Anschluss für 5V 0.5A (2.5W), bei den Standard-Controllern die verbreitete 14A Version (Für 17A und 22A sind die Anschlüsse in Vorbereitung, Stand Mai 2017). Für Licht und USB zusammen ist der Strom meist nicht ausreichend, dh es darf immer nur einer der beiden Verbraucher eingeschaltet sein, sonst schaltet der Wandler ab. Auch sollte der Controller nur mit 36V Akkus betrieben werden, da bei 48V Akkus die Gefahr eines Defekts des Wandlers besteht.

 

Externe Wandler für 36V-Akkus (max Eingangsspannung bis 42V)

einstellbarer China-Wandler mit 10W, für Licht und USB: cv42vvr20

Richtig eingesetzt, ist dieser variable Wandler eine Art universelles Wunderding. Er darf allerdings nur mit 36V Akkus verwendet werden (er verträgt eingangsseitig bis 42V). Mit einer kleinen Einstellschraube kann er auf eine variable Ausgangsspannung ab 5V eingestellt werden. Es kann eine gute Idee sein, den Wandler auf 5 bis 5.5V einzustellen, und damit jedenfalls ein 6V Licht (oder auch eine Power-LED), und optional auch einen USB Anschluss zu betreiben. Von der Leistung her schafft er stabil 10W, das sind also zb 7W für das Licht, und noch 2.5W für USB (0.5A). Man kann ihn aber auch auf 20V einstellen, und damit zb einen sparsamen Notebook betreiben, wenn der mit ca 10W auskommt. Oder eine Power-LED. Oder eine kleine Kühlbox. Da der Wandler potentialfrei ist, können mehrere Wandler in Serie geschaltet werden, was die erreichbare Leistung erhöht. 

Nach unserer Erfahrung sollte dieser Wandler zwar kurzschlussfest sein und 15W vertragen, ist es aber nicht in allen Fällen. So wird er etwa im Betrieb bei 15W extrem heiss (ca 90°). Ob er im Anschluss defekt wird, ist Glücksache. Vorsicht ist daher geboten. Eine externe Sicherung am Eingang, samt Zener-Schutzdiode parallel zum Ausgang kann eine gute Idee sein, wenn man plant, ihn ihm Grenzbereich seiner Leistung zu betreiben. Wenn man ihn nicht überlastet, und für Baster die wissen, was sie tun, dennoch ein gutes Teil.

 

Externe Wandler, die auch 48V-Akkus vertragen (max Eingangsspannung bis 75V)

Mini-Wandler für Power-LED cv75v1505

Dieser Wandler ist von guter Industrie-Qualität (Made in UK), nur fingernagel-gross, und auf Power-LEDs optimiert, die er mit seinen 15V und 0.5A (7.5W) voll aussteuern kann. Da er 15V erzeugt, eignet er sich nicht für USB. Über eine mitgelieferte 10V Zenerdiode können 5V (mit geringer Leistung) erzeugt werden, falls man an ihn auch das Rücklicht anschliessen möchte. Er ist kurzschluss-fest. Da der Wandler nicht potentialfrei ist, können nicht mehere davon in Serie geschaltet werden, was aber ohnehin bei 15V wenig Sinn macht.

Qualitäts-USB-Wandler cv75v0520

Dieser in Deutschland erzeugte Wandler erzeugt fix 5.0V Ausgangsspannung und ist bis 2.0A (also 10W) belastbar. Er ist kurzschluss-fest und bringt ein Maximum an Sicherheit gegen Durchschläge und andere Defekte mit. Power-LED (7W) und USB (2.5W) lassen sich gleichzeitig an ihm betreiben. Da der Wandler potentialfrei ist, könnten mehrere in Serie geschaltet werden, womit sich 10V, 15V, 20V etc erreichen lassen.

 

Einbau-Hinweise für externe Wandler

Bei einem internen Wandler braucht man sich um dessen Stromversorgung durch den Akku nicht zu kümmern: er holt sie sich auf irgendeinem Weg eh selbst.

Damit ein externer Wandler eingangsseitig die Akku-Spannnug erhält, die er zur Versorgung braucht, brauchen Sie einen "Abzweiger" der Akku-Spannung am Kabelweg zum Leistungs-Controller. Der Abzweiger sollte natürlich nach einem eventuellen Schalter sein, sodass der Wandler nicht den Akku ungewollt leersaugen kann. Eine gute Möglichkeit für solche Abzweiger ist direkt in den bewährten Powerpole-Steckern, dh Sie crimpen oder löten einfach direkt in den Steckerpin 2 Kabeln - dadurch entsteht eine schnelle und perfekte Verbindung. Falls die verwendeten Kabeln für einen 30A-Anschluss zu dick sind, können Sie einen 45A Pin verwenden - die Steckerhüllen sind ja ident.

Praxis-Tip: Beim Verlegen der Licht- und USB-Leitungen raten wir dringend davon ab, die "Masse" dh den Fahrradrahmen selbst, als Leitung zu verwenden (wie dies etwa früher oft mit Dynamo-Leitungen gemacht wurde). Legen Sie unbedingt eine 2-adrige Leitung, Sie ersparen sich dadurch möglicherweise eine Menge EMV-Probleme.